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Wie lange sollen wir warten, bis wir zum Arzt gehen? Das hängt vom Alter des Paares ab. Wenn junge Frauen (unter 35) nach zwei Jahren verhütungsfreier Zeit noch nicht schwanger sind, ist das höchst ungewöhnlich - bei einer Vierzigjährigen eher normal. Doch da sie nicht mehr viel Zeit hat, rät Professor Wolfgang Würfel vom Kinderwunsch-Zentrum München grundsätzlich, nach etwa einem Jahr Sex ohne Verhütung ein Spermiogramm machen zu lassen, um zunächst einmal Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann auszuschließen. Zur Voruntersuchung muss man noch nicht in die Kinderwunschklinik. Wie funktioniert die künstliche Befruchtung genau? Genau genommen ist das, was sich künstliche Befruchtung nennt, nicht wirklich künstlich. Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) läuft ab wie die natürliche Befruchtung - nur eben im Reagenzglas. Samen und Eizelle verschmelzen dort aber genauso wie im Eileiter. Eine IVF läuft in folgenden Schritten ab: Die Untersuchung der Spermien: Die Spermien des Mannes werden auf Anzahl, Beweglichkeit, Form und mögliche Infektionen geprüft. Im so genannten Spermiogramm kann man erkennen, ob und in welchem Ausmaß er zeugungsfähig ist. Die hormonelle Stimulation: Zunächst blockiert ein Medikament die natürliche Aktivität der Eierstöcke. Anschließend lässt eine tägliche Hormonabgabe eine größere Anzahl von Eizellen parallel heranreifen. Nach etwa zwei Wochen werden diese, ebenfalls hormonell, auf den Eisprung vorbereitet und so fruchtbar gemacht. Die Eizellen-Punktion: Der Arzt entnimmt der Frau fünf bis 15 Eizellen, die in eine Nährflüssigkeit gelegt werden. Die Befruchtung: Spermien des Mannes werden gezielt aufbereitet und in einem Reagenzglas mit den Eizellen zusammen gebracht. Bis zu drei gesunde "Vorkerne", also befruchtete Eizellen, die sich noch nicht geteilt haben, dürfen weiterreifen. Der Embryonen-Transfer: Nach zwei bis drei Tagen sind aus den Vorkernen achtzellige Embryonen entstanden. Sie werden über einen Schlauch in die Gebärmutter eingesetzt - etwa 48 Stunden nach der Punktion. |